~Bauchpinselei~

Veröffentlicht auf von p.

Noch 44 Tage.

Dienstbesprechung am Freitag, ein Traum quasi. Es ist ja auch nicht so, dass wir nichts anderes zu tun hätten, als anderthalb Stunden vor einer Wand zu sitzen und den geistigen Ergüssen des Personaltypen zu lauschen. aber er hält derartige Mitarbeiterversammlungen für wichtig .. also werden sie auch durchgezogen.

Wirkliche Neuigkeiten gab es für mich nicht, schon alleine weil ich durch die Gespräche mit N. und O. eh bei den meisten Dingen auf dem Laufenden bin. Angekündigte Dienstanweisungen nehme ich mal so hin .. werde sie aber weiterhin ignorieren. Man ist nämlich der Meinung, dass es ja viel professioneller aussieht, wenn das Schwesterchen zu jedem Patienten ihren Korb mitnimmt, um für den Notfall bewaffnet zu sein. Vielleicht eine tolle Idee, wenn da nur diverse Meßgeräte vorhanden wäre .. aber da mein Korb mittlerweile proppevoll mit wichtigen und unwichtigen Dingen ist, wäre das eine elende Schlepperei .. und das für einen Quotennotfall in drei Monaten? Dafür soll ich das Ding mehrmals in der Woche bis hoch in die sechste Etage schleppen? Och nö. Bestimmt nicht.

Geplante Weiterbildungen wurden noch besprochen .. unter anderem scheint es jetzt offiziell zu sein, dass ich ab November dann doch die Weiterbildung für den palliativen Bereich mache. Immerhin ist das Angebot vom LfK wesentlich günstiger als das von anderen Anbietern .. und ausserdem wäre ich damit nur knapp drei Monate und nicht ein ganzes Jahr beschäftigt.

Eigentlich will ich das auch immer noch nicht - die letzte gemeinsame Aufnahme mit N. hat mir wieder deutlich gezeigt, dass ich dezent zu emotional für den Bereich bin. Aber gut, wir haben uns darauf geeinigt, dass das ganze mehr für Notfälle ist .. bzw. ich dann einfach nur die leichteren Fälle übernehme. Keine Ahnung, ob das auch so durchführbar ist .. aber unter den momentanen Voraussetzungen ist es das Einzige, was hilft. Wir haben einfach keine Patienten aus dem normalen Bereich .. dafür quillt der palliative Bereich über. Dazu passt dann die Info, dass wir zur Zeit der Pflegedienst mit den meisten Palliativpatienten sind - eigentlich haben wir so viele Patienten wie der Rest der Pflegedienste in Dortmund zusammen.

Nungut, also palliative Weiterbildung für mich. Einigen Kollegen sind die Augen fast aus dem Kopf gefallen - keine Ahnung was die für ein Problem haben.

Ein größeres Problem hatte ich dann aber anschließend mit der Geschäftsführerin .. die der Meinung war, sie müsste sich nochmal vor versammelter Mannschaft bei mir bedanken - sowohl für die viele Arbeit in den letzten Wochen als auch für die Bereitschaft zur Weiterbildung. Immerhin wüsste sie, dass ich das nie machen wollte .. und dass ich mich jetzt doch dazu bereit erklärt hätte, um dem Pflegedienst zu helfen, hätte sie sehr berührt.

Toll. Mir war's eher peinlich, dass sowas vor allen anderen gesagt werden musste - immerhin ist es mir schon unangenehm genug, wenn O. und N. zwischendurch derartige Sprüche 'raushauen. Mit N. hatte ich letztes Wochenende sogar schon darüber gesprochen .. und eigentlich hatte sie mir versprochen, sich in Zukunft etwas zurück zu halten. Und dann jetzt der nächste Schlag durch die Geschäftsführerin .. Ich hoffe, sie nimmt es mir nicht übel, dass ich die ganze Zeit mit dem Handy gespielt und versucht habe, sie irgendwie auszublenden ..

Und ich hoffe, dass keine der Anderen mir das irgendwie krumm nimmt. Immerhin bin ich nicht die Einzige, die arbeitet. Trotz reichlich Überstunden.

Veröffentlicht in ~@work~

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