~dicke Onkels~

Veröffentlicht auf von p.

Noch 61 bzw. 1 Tag.

Morgen! Hach! Seit ich den Termin habe, hält meine innere Stimme sogar die Klappe und lässt mich in Ruhe arbeiten. Abends dreht sie zwar auf .. aber wenigstens ist sie tagsüber ruhig.

Dafür nervt mein dicker Onkel. Nein, nicht der aus der Verwandtschaft. Ich meine meinen grozen Zeh. Millerweile könnte ich auch sagen, mein dicker Zeh, denn dick ist er wirklich. Es sei denn, ich halte die Schmerzen aus und kann ein klein wenig auf ihm herum drücken, dann kommt vorsicht lecker so viel Eiter 'raus, dass der Umfang anschließend deutlich kleiner ist. Allerdings tut die ganze Geschichte so dermaßen weh, dass selbst ich Quetschqueen die Finger still halte und lieber erstmal nur gucke. Jetzt bekomme ich eine Ahnung, was meine Patienten aushalten müssen, wenn ich da nur noch mal eben kurz gucken will, ob ich den Belag von der Wunde 'runter bekomme ...

Mittlerweile ist aber auch endlich die Salbe aus der Apotheke da. Das sollte eigentlich helfen. Und wenn nicht .. dann kann ich nächste oder übernächste Woche immer noch zum Arzt. Erinnert mich irgendwie an die Geschichte am Ende meiner Ausbildung .. wo ich mit dickem Zeh beim Arzt saß, der mir was von Nagelentfernung erzählte und mich akut krank schreiben lassen wollte. Daraufhin haben wir bestimmt zwanzig Minuten diskutiert, wieso das zeitlich grad nicht passt und was es für Alternativen gibt. Er wollte Ruhe für den Fuß - ich hatte aber meine letzten vier Nachtwachen auf Station, die ich dringend machen musste, um für's Examen zugelassen zu werden. Spätere Nachtwachen unmöglich. Er wollte, dass ich den Fuß wenigstens hochlege. Habe ihm versprochen, dass ich den Fuß so oft wie möglich hochlegen könnte. Er wollte, dass ich den Fuß nicht belaste und mindestens an zwei Krücken laufe. Habe ihm angeboten, die Krücken auf dem Weg zum Krankenhaus zu nutzen. Irgendwie kamen wir einfach nicht auf einen Nenner ..

Am Ende lief es daraus hinaus, dass ich mit Krücken in's Krankenhaus gehüpft kam, der Stationsarzt mich schon in die Ambulanz verfrachten wollte, ich aber flüchten konnte. Den Dienst habe ich dann größtenteils sitzend verbracht, da ich einen äußerst tollen Kollegen hatte, der mir sämtliche Arbeiten übertragen hat, die man irgendwie sitzend erledigen konnte. Ein paar Mal bin ich mit ihm unterwegs in den Zimmern zum lagern gewesen .. aber das waren Ausnahmen.

Ich schweife ab. Wo war ich? Ach ja. Dicker Zeh. Mal gucken, was es dieses Mal wird. Immerhin halte ich mich schon mal an nicht ausgesprochene Empfehlungen und lege den Fuß so oft es geht hoch. Plus Salbe. Plus bequeme Schuhe. Das muss jetzt erstmal helfen.

Irgendwie muss ich grad doch wieder an meinen dann nächsten Arztbesuch denken. Mit dieser Drohung im Hinterkopf, dass er es auf meinen Nagel abgesehen hat, bin ich natürlich für eine Nachuntersuchung nicht mehr bei ihm gewesen .. und irgendwann nach langen Wochen war ja dann auch mit Nagel alles wieder gut. Ein paar Jahre später musste ich wegen einer anderen Untersuchung nochmal zum Onkel Doktor .. und was sagt dieser Mistkerl grinsend zu mir? Er hätte da noch eine offene Behandlung - entzündeter Zeh und so .. und ob er den Nagel dann jetzt einfach mal ziehen sollte? So als Abschluß quasi ... Ärzte haben einen äußerst seltsamen Humor.

Deswegen meide ich sie. Und solange ich irgendwie laufen kann und ich keine Angst vor meinem Onkel bekomme .. alles ist gut.

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P. 08/29/2012 17:55

Könnten wir vielleicht erstmal bei den konservativen Methoden bleiben bitte? Danke ;)

ViaE 08/29/2012 02:44

Dicker Onkel? Da hätt ich was *Leatherman zück*