~eiskalt~

Veröffentlicht auf von p.

Im Hintergrund läuft der Fernseher mit einem Thema, das mich logischerweise auch berufsbedingt sehr interessiert. Aber mittlerweile kann ich mich nicht mehr konzentrieren bzw. ich will mich auch gar nicht mehr konzentrieren .. denn was dieser seltsame Mönch da von sich gibt, geht mittlerweile auf keine Kuhhaut mehr.

Und so etwas soll ein Vertreter einer Religion sein? Ich kenne bisher keine Religion, die so dermaßen menschenverachtend und beschämend ist wie das, was der Typ in seinem braunen Kittel da von sich gibt.

Da kann ihm gerne noch so oft eiskalt werden bei dem Gedanken daran, dass ein Ehemann seine Frau beim Wunsch des Sterbens unterstützt hat.

Aber eben jenen Ehemann zu fragen, warum er denn dann eine Organisation aus der Schweiz zur Hilfe genommen hat, wieso er ihr denn nicht gleich selbst die Pulsadern aufgeschnitten hat .. das ist so unglaublich, dass mir echt die Worte fehlen und ich das dringende Bedürfnis habe, diesem Menschen wirklich, wirklich weh zu tun.

Auch die Aussage, dass er es wohl nicht wert gewesen war, dass seine Frau sich ihm anvertraut und stattdessen lieber den Weg in den Tod wählt ... hat der Typ irgendwas genommen? Hat ihm jemand Geld gezahlt, dass er so eine Scheiße von sich gibt?

Man kann beim Thema Sterbehilfe ja gerne unterschiedlicher Meinung sein, ich akzeptiere auch die Meinung derjenigen, die sich aus welchen Gründen auch immer dagegen aussprechen. Aber ich kann diese Menschen, die diesen Verlust erlitten haben, doch nicht noch auf eine derartig abartige Art und Weise beleidigen, angreifen und beschimpfen?

Bewunderswert fand ich nur das Verhalten des helfenden Arztes und des Ehemanns .. die sich nicht haben provozieren lassen sondern ruhig und besonnen auf jede Anschuldigung reagiert haben.

Das Schlimme ist, dass die drei Figuren, die sich so konsequent gegen Sterbehilfe ausgesprochen haben, nichtmal so wirklich den Unterschied zwischen dem Selbstmord aufgrund einer Depression und dem gewählten Tod aufgrund einer tödlich verlaufenden Krankheit verstanden haben. Da brüstet sich dieses Mönchsvieh noch damit, dass er bei einem jungen Mann, der nach einem Unfall beide Beine verloren hat (oder gelähmt war - so genau weiß ich das grad nicht mehr, ich rege mich hier einfach zu sehr auf) und sich umbringen wollte, quasi die Seele und den Kampfgeist geweckt hat und diesen Mann im Leben gehalten hat. Alleine durch seinen Beistand und die Gespräche.

Sicher, toll. Aber man kann diesen jungen, lebenden Mann auch nicht mit jemandem vergleichen, der weiß, dass er vielleicht in den nächsten Wochen oder Monaten sterben oder fürchterlich leiden wird. Aber erklär das mal einer diesem Kerl. Oder meinetwegen auch der Ärztin, die sich nicht davon abbringen ließ, dass auf ihrer Palliativstation ja nur Menschen lägen, die kämpfen wollten.

Das Thema ist zum Haare ausrupfen, definitiv. Und wird wahrscheinlich noch die nächsten Jahre nicht abschließend ausdiskutiert sein.

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