~mal wieder fehlendes Verständnis~

Veröffentlicht auf von p.

Noch 25 Tage.

Unsere neue Kollegin ist ja eigentlich toll. Sie hat eine tolle ruhige Ausstrahlung, eine Menge Ahnung und ich mag sie. Bisher. Ich habe auch einigermaßen Geduld, weil ich weiß, dass ein neuer Pflegedienst meistens gewöhnungsbedürftig ist. Man kennt die Wege nicht, die Patienten nicht, die Gewohnheiten nicht. Erst recht in diesem Fall, wenn man seit Jahren in der USA gelebt hat und jetzt nach langer, langer Zeit wieder zurück in Deutschland ist und sich erstmal wieder zurechtfinden muss.

Wofür ich aber kein Verständnis habe - dieses Herumgereite auf ihren Arbeitszeiten. Ja, sie hat theoretisch eine tägliche Arbeitszeit von sechs Stunden. Okay. Laut Plan kommt das auch ungefähr so hin. Dummerweise arbeitet sie aber so, dass sie mindestens zwei, meistens sogar noch mehr Stunden länger unterwegs ist. Nicht, weil irgendwelche Notfälle dazwischen kommen .. nein, angeblich berechnet das Programm die Fahrwege falsch und die Pflegezeiten sind sowieso murks.

Dazu muss man sagen, dass sie mit einem Azubi unterwegs ist, der schon lange genug bei uns arbeitet, ihr also theoretisch helfen können müsste. Aber stattdessen scheint auch der einfach zu doof zu sein.

Beispiel? Es fehlt bei einer Neuaufnahme der Infusionsständer - wurde vergessen zu liefern. Anstatt dass sie jetzt bei dem Patienten bleibt, schonmal die Infusion fertig macht, während er mit dem Auto eben zum Büro flitzt und das Teil holt .. fahren beide gemeinsam zum Büro und brauchen so anstatt der geplanten halben Stunde schon alleine durch diese Fahrerei eine halbe Stunde länger. Wie man dann noch knapp vierzig Minuten brauchen kann, um ein paar Ampullen aufzuziehen und in die Flasche zu spritzen ist mir dann auch schleierhaft .. aber okay.

Zu den Fahrwegen - wir haben zwei Patienten, die wohnen auf der gleichen Straße. Quasi gegenüber. Möglicherweise sind das hundert Meter Fußweg. Ich kann mir jetzt nur nicht erklären, wie man für diese Strecke zwölf Minuten brauchen kann. Sind die gekrabbelt? Mussten die sich erst das Navi einstellen?

Und so Sachen hört man dauernd. Selbst zu zweit brauchen sie bei dem einen Kerl weit über zwanzig Minuten, für's Pillen in die Hand drücken, Abendbrot machen, Pinkelpott leeren und dokumentieren. Zu zweit. Wenn ich morgens bei ihm bin, mache ich nichts anderes, brauche aber höchstens zwanzig Minuten, spüle in der Zeit noch zusätzlich und versorge den Kater. Aber selbst das schaffen die beiden nicht.

Was also tun sie?

Aber Hauptsache, man besteht auf seine sechs Stunden Arbeitszeit .. Einerseits kann ich sie verstehen .. andererseits sind O. und N. so mal wieder gezwungen, die restlichen Patienten selbst anzufahren, was deren Arbeitstag natürlich mal wieder übelst in die Länge zieht.

Ich find's nicht okay .. aber sie beruft sich halt auf ihr Alter und sie könne nicht mehr so viel arbeiten.

Klar. Jeder von uns fährt am Wochenende doppelt .. nur sie nicht.

Mittlerweile kann ich diese Extrawürste echt nicht mehr sehen ...

Veröffentlicht in ~@work~

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