~zertrümmerte Moralvorstellung~

Veröffentlicht auf von p.

Noch 27 Tage.

Oh nein. Jetzt bin ich also auch noch Schuld daran, dass mein oberster alle Chefs mit einer zerstörten bzw. unbefriedigten Moralvorstellung leben muss ..

Wir sind heute kurz im Büro aufeinandergetroffen .. und er zitierte mich direkt mal in's angrenzende Kämmerlein, um mit mir über zwei Dinge zu sprechen, die ihm so aufgefallen seien.

Er wäre ja prinzipiell für Gleichbehandlung und Gleichstellung, also gleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit, egal ob Männlein oder Weiblein. Damit kann ich leben. Er sei auch für gleiche Bezahlung unter Weiblein, wenn die denn die gleiche Arbeit machen. Das ist für mich auch okay. Nun sei ihm aber aufgefallen, dass ich seit Beendigung der Weiterbildung die gleiche Arbeit mache wie die anderen Heldinnen, aber noch deutlich weniger Gehalt verdiene. Soweit waren wir dann einer Meinung. Während er mir aber jetzt eine übelst große Gehaltserhöhung andrehen wollte, durfte ich ihm versuchen zu erklären, wieso ich die nicht haben wollte. Dafür gibt's sogar für mich einen Grund - der nennt sich Rufbereitschaften. Während die anderen Weibleins sich nämlich öfters mit dem Telefon herumschlagen dürfen, habe und werde ich das definitv nicht machen. Zum Einen ist mir meine Nachtruhe heilig, zum Anderen sehe ich nicht ein, nach teilweise zwölf Stunden Arbeitszeit noch die Berreitschaft zu übernehmen. Das hat nämlich sonst keine von denen, weil die sich schön brav pünktlich nach der Tour verabschieden und nicht einen Finger mehr krumm machen. Und ich weiß ganz genau, wenn dann mal das Gespräch auf die Bereitschaften kommt, kann ich so wenigstens sagen, dass ich weniger verdiene und deswegen keine Bereitschaft übernehme. Dagegen kann der Rest dann wenigstens nichts sagen.

Ausserdem verzichte ich darauf, zu den wirklich im Sterben liegenden Patienten fahren zu müssen - zumindest so weit es sich verhindern lässt. Das ist immer noch nichts für mich und wird es wohl auch nie sein.

Das war schon vor der Weiterbildung so abgesprochen und von O. und N. quasi abgesegnet.

Jetzt ist der BigBoss aber irgendwie anderer Meinung .. und konnte es so gar nicht fassen, dass ich sein Angebot nach mehr Geld ablehne. Es folgte ein Gespräch über zerstörte Moralvorstellungen, das meine Meinung aber auch nicht wirklich geändert hat.

Der nächste Schlag für ihn - ich wollte nicht, dass er mir meine Überstunden auszahlt. Aber ehrlich - bei Steuerklasse Eins, was hab ich davon? Mittlerweile stehen knapp dreihundertsechzig Stunden auf meinem Konto, das würde mal eben zwei Monate zusätzliches Frei bedeuten. Geld ist natürlich toll .. aber was habe ich davon, wenn ich zuhause völlig k.o. umfalle? Eben .. nichts.

Mit etwas Glück habe ich von Mitte April bis Mitte Mai vier Wochen frei .. davon vielleicht zehn Urlaubstage, den Rest wollte ich als Ü - frei nehmen. Damit wäre dann schonmal ein kleines Teilchen abgebaut.

BigBoss ist damit nicht wirklich glücklich .. aber nach langen Minuten, die er auf mich eingeredet und so gar nichts erreicht hat, hat er es für den Moment zumindest hingenommen .. wenn auch sichtlich verwirrt. Aber damit muss er leben, nicht ich.

Ich bin nur mal gespannt, ob er das jetzt wirklich so stehen lässt .. oder sich noch irgendwas anderes ausdenkt, um seinen Willen durchzusetzen. Zuzutrauen ist es ihm ..

Veröffentlicht in ~@work~

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