~Schrecksekunde~

Veröffentlicht auf von p.

Noch 81 Tage.

Und eigentlich waren es viele, viele Schreckminuten, die mein Baby mir gestern beschert hat. Kurz nach der Auffahrt auf die Autobahn war nämlich meine Ölleuchte der Meinung, mir knapp fünfzehn Minuten die Ohren vollzupiepen. Das ist morgens um sieben nicht unbedingt das Geräusch, was auf meiner Hitliste ganz oben steht. Dummerweise war ich eh schon zu spät dran - also habe ich nach einer kurzen Kontrolle das Piepen versucht zu ignorieren, um erstmal irgendwie in Lüdenscheid - Nord anzukommen. Irgendwann zwischendurch habe ich mir dann sogar schonmal Öl zum Nachfüllen besorgt, auch wenn ich das vor vielleicht zwei Wochen erst gemacht habe. Aber bei den Temperaturen .. Frau weiß ja nie. Dummerweise fiel mir auf dem Parkplatz dann auf, dass unter meinem Baby ein kleiner, dunkler, verräterischer Fleck den Boden zierte. Verdammt. Undicht? Muss das jetzt sein?

Zum Glück gibt's in solchen Momenten Dr. Bob Klaus, seit Jahren der Kerl meines Vertrauens und der einzige Mann, dem ich mein Baby anvertraue. Kurzfristig ließ sich sogar ein Termin für den Nachmittag ausmachen. Jetzt musste ich es also nur noch schaffen, irgendwie nach Hattingen zu kommen. Kein Problem. Dachte ich. Ich hatte ja schließlich noch Ersatzöl. Und egal wie undicht da irgendwas ist - bis nach Hattingen schaffe ich es.oeldruckschalter

Da ich das Öl nicht direkt vor unserem Fenster umfüllen wollte - die dummen Sprüche vom Chef wollte ich mir einfach mal ersparen - gab's noch eine kurze Fahrpause ein paar hundert Meter weiter weg.

Tja. Was soll ich sagen. Da war wohl wirklich was ... undicht. Der ganze Motorraum sah aus wie .. wie .. wie .. also wäre das Blut gewesen, hätte man wohl von einem Massaker oder so gesprochen. Zum Glück war's kein Blut. Dafür aber Öl. Viel Öl. Überall Öl. Manche Teile haben noch nie so wunderschön schwarz geglänzt wie in dem Moment.

Half aber alles nichts. Ich musste nach Hattingen. Also reichlich Öl hinterhergeschüttet und dann ab. Klaus sah eine halbe Stunde später mindestens genau so begeistert aus wie ich .. rechnete er noch mit einer Kleinigkeit, die Minipfützchen auf dem Boden hinterlässt, nicht aber mit einem Ölbad unter der Motorhaube. So ähnlich sehen dann wohl auch Ärzte aus, die den Angehörigen erklären, sie würden ihr Bestes geben, während sie Menschen operieren müssen, die nach einer Axtzerstückelung nur noch aus Einzelteilen bestehen. 

Aber okay. Ich habe Vertrauen in Klaus. Der schafft das. Er hat bisher fast alles geschafft. Bis auf die Reperatur von Papas Auto, aber da scheitern sie alle. Und was soll ich sagen? Noch vor dem Wochenende erreicht mich die gute Nachricht - es war sogar wirklich nur eine Kleinigkeit. Quasi nur das Loch in der falschen Richtung, so dass das Öl eben nicht nur nach unten tropfte, sondern direkt in den Motorraum sprudelte.Aber jetzt ist alles wieder heile. Mein Baby ist trocken gelegt, alle undichten Einzelteile wurden ausgetauscht und ich bin glücklich. Jetzt fehlt also nur noch das Wochenende. Und das ist morgen da. Endlich!

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