~Wenn einer eine Reise tut~

Veröffentlicht auf von p.

Noch 128 Tage. Bald ...

Mutti nutzt unterdessen die Zeit und verabschiedet sich in ihren Geburtstort zum Sightseeing oder so ähnlich. Heute morgen um halb sieben ging's ab Hauptbahnhof los .. und da das liebe Töchterchen Spätdienst hat, liegt es natürlich nahe, sie als Taxifahrerin einzuspannen. Und natürlich ist das liebe Töchterchen auch so lieb und sammelt die Reisebegleitung unterwegs direkt mit ein. Hätte ich allerdings gewusst, auf was für ein Chaos ich mich einlasse, hätte mich heute morgen niemand aus dem Bett bekommen.

Mal abgesehen davon, dass mir um zwanzig nach fünf nicht wirklich klar war, wieso mein Wecker mitten in der Nacht kräht, hätte der Tag schön werden können. Die Vögel pfeifen um die Wette und es scheint sogar die Sonne. Also alles perfekt für einen gute - Laune - Tag.

Tja, und dann kamen wir zu E. und S., dem Begleitehepaar. Beide wirklich lieb und irgendwie um siebenhundert Ecken mit mir verwandt. Aber macht nichts. Beide haben sogar schon vor der Tür gewartet, konnten innerhalb von kurzer Zeit in mein Auto verfrachtet werden und los ging's. Eine wunderschöne Fahrt ... knappe zehn Minuten ... bis kurz vor'm Hauptbahnhof E. auffällt, dass ihre Tasche nicht da ist. Nach einem prüfenden Blick in den Kofferraum wuchs die Panik noch etwas an. Ein kleines Beutelchen, was so viel Ärger macht .. aber gut, wären da meine 400 Euro und Schwerbehindertenausweis und sonstige Papiere drin, würde es mir wohl auch nicht so gut gehen, wenn ich das Teil vor der Kneipen- Haustür hätte stehen lassen.

Also bitte einmal wenden und im Eiltempo zurück. Kein Problem, wir liegen ja gut in der Zeit. Es ist ja erst kurz nach sechs. E. neben mir entweder am Weinen oder am Schimpfen, abwechselnd blass oder knallrot, die letzten Minuten nur noch leise vor sich hinwimmernd. Der Stein, der ihr knapp acht Minuten später vom Herzen kullerte, hat knapp mein Bodenblech durchschlagen .. aber was soll's. Hauptsache das treue Beutelchen steht noch da, wo sie's nur kurze Zeit alleine hat stehen lassen. Alle wichtigen und unwichtigen Dinge noch vorhanden, also können wir uns im Eiltempo zurück auf den Weg Richtung Bahnhof machen. Toll.

Mutti plus Reisebegleitung konnte ich dann knapp dreizehn Minuten später im Bus abgeben, allen noch sagen, dass sie schön artig sein sollen .. und jetzt bin ich quasi auf dem direkten Weg zurück in's Bett. Egal, ob draussen die Sonne scheint oder nicht. Erstmal hätte ich gerne noch ein paar Stündchen Schlaf.

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