~Zweifel~
Freie Tage sind irgendwie nicht wirklich toll. Seit gestern dreht mein Hirn völlig durch und verbringt seine Zeit mit mehr oder weniger unsinnigen Grübeleien.
War es wirklich richtig, was ich da gemacht habe? Gab es wirklich keinen anderen Weg? Hätte man nicht doch noch irgendwie versuchen können, die Beziehung zu retten? Welche Grundlagen braucht man überhaupt .. sind viele Gemeinsamkeiten denn wirklich zwingend notwendig? Reicht es nicht aus, wenn man jemanden liebt? Es heißt doch immer so schön, mit Liebe schafft man alles .. hätte man dann auch so glücklich werden können? Muss eine Hochzeit denn wirklich sein, kann man nicht auch so das Leben miteinander verbringen?
Ich vermisse M., wahnsinnig und ständig. Mir fehlen die Telefongespräche, mir fehlen die kleinen Nachrichten zwischendurch und mir fehlt es, neben ihm einzuschlafen. Ich kann mir kein Flohmarktschild ansehen, ohne einen dicken Klops im Hals zu bekommen. Ich kann bestimmte Lieder nicht hören, ohne dass ich schwer schlucken muss. Das ist doch alles nicht mehr normal so .. selten habe ich einen Kampf zwischen Gefühl und Verstand so bewusst und extrem miterlebt - dass die beiden bei mir nur selten einer Meinung sind, ist nichts neues mehr. Aber dass beide sich so anzicken und einfach keine Ruhe geben wollen, ist einfach nur noch anstrengend. Eigentlich möchte ich doch nur in Ruhe mein Leben leben, ohne derartige Komplikationen. Ich möchte nicht darüber nachdenken, ob getroffene Entscheidungen richtig oder falsch oder vermeidbar oder zwingend notwendig waren. Ich möchte mit meinen Entscheidungen niemandem weh tun. Aber davon lässt sich zur Zeit irgendwie gar nichts vermeiden.
Ich bin gespannt, wie sich die nächsten Tage oder Wochen entwickeln. Ob er und ich wirklich noch einen Abschluss finden, ob ich wirklich irgendwann loslassen kann und sagen kann, dass es richtig so war .. oder ob dieser seltsame Zustand noch weiter anhält. Nur je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Gründe fallen mir ein, warum es der richtige Weg ist, den ich da gegangen bin. Und je mehr Gründe mir einfallen, desto zicker reagiert meine Gefühlswelt darauf. Ich will das alles nicht mehr. Nicht mehr so *seufz*