~Es war einmal ein Herz (2)~

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Noch 51 Tage.

...

Es ging über 112 Wege, um 203 Kurven und 24 Berge und Täler, bis es an einem Haus ankam, das mit Stacheldraht umzogen war.

Aus dem Schornstein quoll Rauch, das hieß, daß tatsächlich jemand in diesem Haus leben würde.

In einem Haus, das nicht einmal Fenster hatte.

Bei dem Anblick fiel dem Herz ein, wie es selbst einmal gelebt hatte.

Wie sehr es damals gehofft hatte, daß jemand ihm helfen würde und doch niemand sein stummes Flehen erkannt hatte.

Es wußte, daß es ihm aus eigener Kraft gelungen war und es war sehr stolz darauf.

Aber wie konnte es diesem armen Herzen helfen, aus seinem Verlies zu kommen ?

So besorgte sich das Herz eine Drahtschere und versuchte, den Stacheldraht zu durchtrennen. Aber nach einiger Zeit verließen es die Kräfte.

Auch dieses Herz hatte keine Mühe gespart, für sich den stärksten Stacheldraht zu finden.

Obwohl das Herz das andere nicht sah und auch nicht hörte, sondern nur ahnen konnte, was das für ein Herz war, fühlte es eine starke Bindung zu ihm.

So grub es ein Loch im Boden unter dem Stacheldraht, um dem anderen wenigstens nah zu sein.

So stand es vor seinem Haus, vor der gleichen dicken Stahltür wie einst seiner und begann zu reden.

Tagelang, nächtelang stand es einfach nur da und redete.

Es erzählte von seinem Schicksal. Erzählte ihm, was ihm alles in seinem Leben widerfahren war und es hörte ein Schluchzen hinter der dicken Tür. Unermüdlich sprach das Herz weiter. Über die lustigen Sachen, die es mit seinem 1. "Freund" erlebt hatte, über die Wärme , die es bei seiner Familie erfahren hatte, und es vernahm ein leises Glucksen von innen. Erst leise, bis es immer lauter sich in ein gellendes Lachen verwandelte.

Plötzlich sprach das Herz hinter der Stahltür zu ihm.

Es wollte hinaus zu ihm und es sehen.

Es wollte mit ihm gehen und mehr von dem Lachen und Weinen.

Es wollte sich an seine Schulter lehnen, sich an es drücken und es nie wieder verlassen.

Das Herz war glücklich, endlich so jemanden gefunden zu haben, aber was sollte es nur tun ?

Wie auch bei ihm früher, wußte das andere Herz nicht mehr, wo es den Schlüssel versteckt hatte.

So faßte das Herz den Entschluß loszugehen, um den Schlüssel zu suchen.

Nur wo sollte es anfangen ?

Es lief ziellos umher, suchte hinter Büschen, auf Bäumen, tauchte in Seen danach; fragte alle, die seinen Weg kreuzten, aber niemand wußte Rat und nirgends fand es den Schlüssel.

So ging es mit schwerem Herzen zurück zu der kleinen Hütte. Krabbelte durch das Loch unterm Zaun, um die schlechte Nachricht zu überbringen.

Doch zu seinem Erstaunen fand es die schwere Stahltür geöffnet.

Wie war das möglich gewesen ? -dachte das Herz.

Plötzlich hörte es eine freundliche und liebevolle Stimme hinter sich.

Da sah es ein kleines blaßrosa Herz stehen mit glühenden Wangen. " Ich habe hier auf dich gewartet " sagte das kleine Herz. " Ich habe erkannt, daß man es im Leben nur aus eigener Kraft schaffen kann, aus seinem Gefängnis zu entkommen. Doch so viel Kraft konnte ich nur durch dich erlangen. Durch deine Liebe zu mir und meiner Liebe zu dir habe ich den Schlüssel zur Tür meines Herzens gefunden, der mir gleichzeitig die Tür meines Verlieses öffnete "

Sie nahmen sich an die Hand und gingen von nun an alle Wege gemeinsam, ihr Herzschlag im gleichen Rhythmus...bis an ihr Lebensende.

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Veröffentlicht in ~lesbar~

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P
Nein, leider nicht ;(
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T
Einfach nur schööööööööööööööööööööööööööööön...*taschentuch such...*<br /> Von Dir?
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