~ganzheitliche Palliativpflege~

Veröffentlicht auf von p.

Ganzheitliche Palliativpflege bedeutet also das Wissen darüber, dass die Tochter der Dozentin beinahe ertrunken wäre als Kind, dass der Eheman Atheist ist und sie eine gläubige Christin mit Kreuz um den Hals, aber dass die Ehe ja trotzdem wunderbar funktioniert, weil man sich gegenseitig nicht versucht zu bekehren. Ganzheitliche Palliativpflege bedeutet das Wissen darüber, dass alle ambulanten Pflegedienste prinzipiell schlecht sind, nie Zeit haben, die Leute nie etwas selbst tun lassen sondern ihnen alles aus der Hand nehmen und dass man generell keine Lust auf eine Pflegedokumentation hat.

Ausserdem muss ich für einen sterbenden Patienten eine Pflegeplanung schreiben - völlig egal, ob sich da täglich etwas ändert und ich eigentlich gar nichts planen kann.

Die Frau hat mich wahnsinnig gemacht, aber wenigstens nicht nur mich. Und immerhin hatte sie auch irgendwann keine Lust mehr. Das war ihre Aussage am frühen Nachmittag.

Ausserdem gab es nichtmal Tee, weil wir in irgendein Altenheim ausquatiert wurden.

Eindeutig ein schlechter Tag. Einziger Lichtblick: Ich wander gleich in's Hamam nach Dortmund, endlich mal Lieblingsmuttis letztes Weihnachtsgeschenk einlösen ...

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Veröffentlicht in ~@work~

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