~Heldin des Alltags~
Noch 100 Tage!!!
Und eigentlich wollte ich wieder was ganz anderes erzählen .. aber diese Firma bringt alles durcheinander. Wenn das so weitergeht, schreib ich hier bald nur noch über die Arbeit - aber es passiert auch jeden Tag ein anderer Mist.
Heutige Hauptdarstellerin: Kollegin A. Stellt scheinbar heute morgen bzw. in der Nacht fest, dass sie krank ist und Fieber hat. Ruft beim Chef morgens um halb fünf an, um sich für sechs Uhr krank zu melden. Sowas ist an sich schon immer schlecht .. weil wo bekommt man um diese Uhrzeit Ersatz her? Chef wusste das auch nicht .. und hat Kollegin A. an N. verwiesen, die die Tourenplanung gemacht hat und besser Bescheid wusste. Daraufhin versuchte Kollegin A. die liebe N. zu erreichen, was morgens um die Uhrzeit natürlich schwierig ist. N. war schliesslich noch in tiefsten Träumen versunken und konnte so nicht an's Telefon gehen. Kollegin A. schickte ihr daraufhin eine SMS mit der Info, dass sie krank sei .. die N. natürlich auch nicht wirklich mitbekommen hat.
Irgendwann um halb neun klingelte dann das Telefon - eine Patientin rief an um zu fragen, ob denn heute keiner mehr kommen würde. Äh ... wie? Normalerweise sind wir gegen sieben bei der Frau .. anderthalb Stunden später? Was stimmt da nicht?
Chef machte sich natürlich sofort schlau und fand heraus, dass Kollegin A. ihre Pflicht mit der SMS als erledigt angesehen, keine weitere Info an irgendwen gegeben hatte und einfach dann zuhause geblieben war.
Ja, das macht Sinn. Wenn ich meine Cheffin, die ich erreichen soll wegen eventuellem Ersatz, nicht erreichen kann, bleib ich einfach trotzdem zuhause und geb nichtmal dem Chef nochmal die Info, dass ich niemanden erreicht habe. Total logisch, wirklich. Grad in der ambulanten Pflege, wo man alleine unterwegs ist, kann man so ja gut arbeiten. Es sind ja auch keine Patienten, die irgendwie versorgt werden müssen, die auf Insuline oder andere Medikamente angewiesen sind.
Wie schwierig kann es eigentlich sein, mitzudenken?
Für Kollegin A. scheint es sehr schwierig zu sein. Selbst Stunden später hatte der Chef noch keine Info, ob sie den nächsten Tag wieder da ist oder nicht. Irgendwann kam dann die Ansage, dass sie jetzt bis Mittwoch Antibiotika nehmen müsse .. aha? Und deswegen muss man zuhause bleiben? Warum? Kann man die Pille nicht einfach so nehmen? Ist man dann nicht mehr denktauglich? Nein, sie kann nicht arbeiten und muss zuhause bleiben. Und dann am Mittwoch nochmal zum Arzt gehen.
Wie gut, dass dem Chef jetzt endlich nach dem vierten Krankenschein in drei Wochen der Kragen geplatzt ist. Die "IchHabRücken" Kollegin hat schon den MDK auf dem Hals .. und selbiger hat direkt heute bei Kollegin A. auch einen Besuch abgestattet, einfach nur um zu gucken, ob sie wirklich zuhause bleiben muss.
Langsam wird's auch Zeit, dass der Chef mal was unternimmt .. ich kann mittlerweile nicht mehr zählen, wieviele Krankenscheine in den drei Monaten zusammen kamen .. aber es sind wahrscheinlich doppelt so viele wie in den letzten 8 Jahren meines Beruflebens. Natürlich immer direkt vor dem Dienstwochenende .. so dass man sich mittlerweile nicht mehr fragt, ob sich jemand krank meldet .. sondern nur noch, wer sich krank meldet und wie lange.
Traurig sowas .. Ich kann's immer noch nicht verstehen .. aber dazu bin selbst ich faule Säckin wahrscheinlich noch zu arbeitswütig ..