~Nachtrag~
Ein paar Dinge wollte ich noch zu letzter Woche aufschreiben.
Eigentlich hatten N., J. und ich ja geplant, am Freitag zusammen unsere Kündigung abzugeben. Niemand von uns wollte so wirklich alleine mit der Cheffin reden und erst recht niemand wollte als Letzte den Raum betreten. Donnerstag Mittag kam es dann allerdings zu einer ziemlich abrupten Planänderung. Auslöser war natürlich wieder dieses beschissene Mistkind der Cheffin, die auf dem Diensthandy eine "verhängnisvolle SMS" einer anderen Kollegin gefunden hatte und das natürlich sofort an die Mutti weitergeben musste. Besagte Kollegin wollte sich eigentlich auch nach einer anderen Stelle umsehen und ich hatte ihr lediglich die Nummer einer Bekannten vermittelt, die ebenfalls bei uns schon gearbeitet hatte und jetzt wieder in der Kinderkrankepflege tätig ist. Lange Erklärung, kurzer Sinn - N. wurde zum Gespräch unter sechs Augen gebeten, es müssten einige Dinge geklärt werden. Da uns die Sache mit dem Handy nicht so bewusst war, dachten wir zunächst natürlich an die geplanten Gespräche am Freitag .. hatte die Cheffin doch schon etwas mitbekommen?
Eigentlich hatte ich Feierabend, aber auf dem Weg nach Hause musste ich mit Bauchschmerzen wieder umkehren und zurück zum Büro fahren .. ich wollte wissen, was da gerade mit N. passierte. Nach knapp zwei Stunden Wartzezeit bekam ich dann endlich die Info, dass es ihr gut ging .. und dass sie die Kündigung schon jetzt abgegeben hätte. Das Gespräch hatte zwar ursprünglich einen anderen Grund .. aber so sei eben alles direkt auf den Tisch gekommen.
Überraschend war dann nur die Reaktion der Cheffin. Ich sagte ja, dass ich sie so gar nicht einschätzen könne .. und damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Laut Aussage von N. war sie völlig ruhig, konnte N.s Gründe sogar verstehen. Cheffin hat N. sogar angeboten, sie könne gerne wieder zurück kommen, falls sich herausstellen sollte, dass die Arbeit im neuen Pflegedienst doch zu schlecht sei. Weiterhin überraschend die Tatsache, dass Cheffin unter diesen Umständen sogar schon mit zwei weiteren Kündigungen rechnen würde .. nämlich die von J. und mir. Aber uns würde sie dann schon noch darauf ansprechen. Okay?
Sie hat es Freitag sogar wirklich getan. Nach der Mittagstour sprach sie mich an, in einem mir völlig unbekannten ruhigen Ton. Ich hätte ja mit Sicherheit schon von dem Gespräch gehört und welche Konsequenzen ich jetzt daraus ziehen würde. Sie könne N. verstehen, sie könne auch mich verstehen falls ich gehen würde, wir sollten aber auch versuchen, sie zu verstehen. Klar, kein Ding. Kann ich bis zu einem gewissen Punkt auch. Genau das ist dann nämlich der Grund, weswegen ich nie mit meinen Eltern irgendwo zusammen arbeiten würde. Naja, sie hat uns dann noch gebeten (bzw. wirklich nett gefragt), ob wir unsere Dienste denn noch vernünftig bis zum Ende fahren würden. Immerhin habe man die letzten zwei Jahre doch wirklich gut zusammen gearbeitet. Damit hat sie sogar Recht. Auch wenn ich immer viel schimpfe .. es gibt schlechtere Vorgesetzte. Bei ihr wusste man wenigstens, woran man ist. Die erste Anzeige sei schon für Samstag wieder geschaltet. So kann man jetzt wenigstens noch für "Nachschub" sorgen und den dann vernünftig einarbeiten.
Okay. Ich gestehe, eigentlich hätte ich vor diesen Gesprächen große Lust gehabt, sie und ihren Kram einfach hängen zu lassen. Soll sie doch zusehen, wie sie mit ihrem beschissenen Kind über die Runden kommt. Aber durch ihre Reaktion auf die ganze Geschichte hat sie jeder Wut irgendwie den Wind aus den Segeln genommen.
Der Vorteil ist, dass ich so die ganze Sache für mich zu einem runden Abschluss bringen kann. Seitdem ich Freitag das Kündigungsschreiben abgegeben habe, komme ich mir schon wieder vor wie in Watte gepackt. Alles wirkt irgendwie unwirklich, so als sei das Ganze nur ein Traum. Wenn ich jetzt daran denke, dass ich "meine" ganzen Leute demnächst das letzte Mal sehe ... autsch.
Gestern hatte ich seit längerem wieder Spätdienst. Da waren so viele, die mich lange nicht mehr gesehen haben und die sich so sehr gefreut haben, dass ich auf einmal wieder vor denen stand .. wie erklärt man diesen Leuten dann, dass man demnächst gar nicht mehr kommt?
*seufz*
Ich weiß, es ist besser so. Ich weiß es wirklich. Trotzdem werd ich jetzt schon ganz fürchterlich sentimental. Ab jetzt läuft dann der Countdown. Der letzte Arbeitstag wird wohl der 4 April sein, danach habe ich noch zehn Tage Resturlaub. Das sind mit dem heutigen Spätdienst noch genau 19 Tage. Keine drei Wochen mehr. Uff.