~platt~

Veröffentlicht auf von p.

Noch 151 Tage.

Ich bin platt. Das allerdings nicht erst seit heute, sondern mein Baby steht schon seit Dienstag Abend in Lüdenscheid - Nord und wartet auf seinen Ersatzreifen.

Schuld war der Depp auf der Gegenfahrbahn morgens um halb sieben, der dezent mittig fuhr und zeitgleich seine Lampen so blöde eingestellt hatte, dass ich nicht mehr wirklich was sehen konnte und reflexartig nach rechts ausweichen musste. Dabei rutschte mein rechter Vorderreifen etwas unglücklich von der Straße ab. Die letzten Meter zum Büro ist mir noch nichts aufgefallen, aber am Abend, als ich den Nachhauseweg antreten wollte, schlabberte der Reifen nur noch vor sich hin. platten

Zum Glück habe ich ja hochmotivierte Kerle im Büro sitzen .. zumindest O. konnte nicht schnell genug nach draussen rennen, um mir beim Reifenwechsel unter die Arme zu greifen. Den Titel "Schleimer" habe ich mir in dem Moment sogar aus Diplomatiegründen verkniffen ..

Das Bild, das mein Baby dann mit neuem Reifen abgab, war allerdings mehr als traurig .. und so nutzte ich meine netten fünf Minuten des Tages, um vor dem Chef auf Knien herumzurutschen und zu betteln, dass ich den Dienstwagen mit nach Hause nehmen kann. Denn ernsthaft .. mit dem Ding hätte ich nicht fahren wollen. Der sieht mir eindeutig zu klein aus .. sieht man mal von der Tatsache ab, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km / h schon irgendwie menschenunfreundlich ist.

Der Chef hatte dann auch seine netten fünf Minuten und gab mir den Wagen sogar ohne weitere Verhandlungen mit. Und B., unsere gute Seele, packte meinen platten Reifen direkt in's Auto, um den nächsten Tag beim Reifenmenschen vorbei zu fahren um zu gucken, was man noch reparieren kann.

Unnötig zu erwähnen, dass eine Reparatur unmöglich war und ich mir einen neuen Reifen besorgen musste. Aber auch darum kümmerte sich B. direkt und als ich dann heute von meiner Tour wieder kam, war er sogar schon dabei, diesen komischen Ersatzreifen wieder in den Kofferraum zu verstauen.

Zur Krönung des Tages erklärte mir der Chef dann noch, ich solle die Rechnung wegwerfen .. den Reifen würde er mir schenken - so als Dankeschön und so, weil ich ja auch immer da sei und so viel machen würde und überhaupt.

Ich gestehe, ich war einen kurzen Moment sprachlos .. er allerdings nach meiner Umarmung auch.

Jetzt habe ich also einen neuen Reifen, einen sprachlosen Chef .. und das Wissen, dass der Reservereifen im Kofferraum wirklich nur etwas für äusserste, extreme Notfälle ist.

Toll.

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Veröffentlicht in ~@work~

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