~Sch.....~
(Vorsicht, bitte nur vor dem Frühstück lesen. Oder hinterher? Ach, egal. Halten wir es neutral - nicht für empfindliche Personen geeignet.)
Tag Y, irgendwo im kalten Westen Deutschlands. Das Telefon klingelt.
Liebenswürdiger Pflegedienstmitarbeiter: Pflegedienst blablupp, ja bitte?
Alfons: Jaaaaa ... Müller hier, Wikingerstraße 5 .. ich bräuchte da mal Hilfe, meine Frau hat da ein kleines Problem, könnte wohl mal jemand kommen?
Liebenswürdiger Pflegedienstmitarbeiter: Aber natürlich .. ich schicke eine Kollegin zu Ihnen.
Alfons: Das ist ja sooooo nett von Ihnen .. herzlichen Dank!
Warum ... Warum nur musste es mich treffen? *sniff* Was habe ich der Welt getan? Wieso bin ich an's Telefon gegangen, als die Cheffin mich anrief? Warum???
Wenn Alfons mich an der Tür mit der Bezeichnung "rettender Engel" begrüßt, gefällt mir meistens irgendetwas nicht. Warum also sollte es heute anders sein?
Mit den Worten "geh mal in's Badezimmer, da sitzt die Helga" wurde ich um die Ecke geschoben. An sich schon bedenklich .. weil das normalerweise Situationen sind, in denen sich die beiden selbst helfen.
Ich spähe also vorsichtig in's Badezimmer .. und hatte spontan ein natürliches Fluchtbedürfnis.
Folgendes Bild: Helga (ebenfalls leicht verwirrt) auf der Toilette .. IKM (also das ganze Inkontinenzzeug ala Windelhose und Co.) hing in doppelter Version in der Kniekehle .. und um sie herum auf dem Fußboden eine Pfütze. Eine richtige Pfütze. Komplett flüssig. In Braun. (Ja, hier darf man einmal würgen wenn man möchte)
Auf die Frage, was denn passiert sei, konnte mir unglücklicherweise keine klare Antwort gegeben werden .. aber was frag ich Depp auch. Die Antwort konnte ich mir kurz danach selbst geben.
Denn während ich nebenan im Schlafzimmer war, um frische Kleidung herauszusuchen, fiel mein Blick auf den Fernseher .. oder eher auf das unscheinbare Fläschen davor. Sie hat doch wohl nicht .... ?
Doch. Sie hat. Genaueres konnte sie mir zwar immer noch nicht erzählen .. aber dass sie ca. dreiviertel des Saftes getrunken hatte .. das wusste sie noch.
Machen wir einen kleinen Ausflug in die Welt der Theorie, um jetzt mein Problem mal etwas näher zu definieren - In diesem so unschuldig wirkendem Fläschen befindet sich ein richtig tolles Abführmittel. Ein richtig richtig tolles. Alte Leute schwören drauf, weil's ja sooo lecker schmeckt ( da würden selbst die Bienen das Brechen bekommen, so ekelig süß ist das Zeug!) und soooo wirksam ist. Ohja. Wirksam ist es. Besonders bei der Menge.
Helga kann selbst bei 10 oder 15 ml schon eine ausgezeichnete Wirkung erzielen ... und wie mochte die Wirkung erst sein, wenn sie knapp 700 oder 800 ml trinkt? Das wollte ich mir gar nicht vorstellen ,,
Aber zurück in die Realität - das musste ich mir auch nicht vorstellen. Denn das Ergebnis saß vor mir auf dem WC, schaute mich mit großen Augen an und meinte dann mir fragender Stimme "Scheisse ... nicht wahr?"
Ohja ...wie wahr *sniff* Ich könnte jetzt zurück zu meiner ersten Frage kommen ... warum ich? Das half mir in dem Moment aber auch nicht.
Irgendwann saßen die beiden dann wieder einträchtig im Wohnzimmer, Helga mit zwei Bananen in der Hand und ausreichend Wasser zum "nachfüllen", Alfons neidisch guckend, weil er eigentlich auch eine Banane haben wollte. Pech. Gibt's nicht. Erst nach vorheriger Lactuloseflaschenvernichtung.
Bleiben die Erkenntnisse, dass Lactulose in großen Mengen wirklich bäh ist und dass die Bezeichung "rettender Engel" nie mit etwas positivem verknüpft ist ...