~schwirrend~
Mir schwirrt der Kopf von gestern.
Anstatt mich mit wilden Waschlappen, Handtüchern und Medikamenten herumzuschlagen, durfte ich stattdessen erst um neun im Büro aufschlagen, um dann für ein paar Stunden die grauen Zellen auf Trab zu halten. Das Ausschlafen an sich war ja schon nett. Ein Wecker, der nicht um halb fünf sondern erst um viertel vor sieben schellt, der ist doch gleich viel freundlicher. Ausserdem reichte es sogar noch für den ersten Kaffee zuhause, den ich schon seit Wochen vor dem Dienst nicht mehr getrunken habe.
Die Fahrt zum Büro war dann so, wie ich befürchtet habe. Nur Schnarchnasen. Die Oberschnarchnase direkt vor mir - dicker silberner Benz mit Anhänger, der das Gaspedal wohl zuhause vergessen haben muss. Maximal Tempo 40. Nein, es hat weder geschneit noch geregnet noch war es irgendwie stürmisch oder glatt. Es lag also quasi keine äußerlich bedingte Fahrbehinderung vor, die eine Erklärung für dieses Fahrstil liefern könnte.
Aber Sheffield - Ring sei dank, da konnte ich endlich überholen. Ich müsste vielleicht nochmal in Erfahrung bringen, ob auf dem ersten Stück immer noch Tempo 50 gilt .. oder ob das jetzt mittlerweile wieder aufgehoben wurde.
(Armi? Du hast doch die Augen auf beim Fahren - ist da noch Tempo 50?)
Irgendwann habe aber auch ich es dann in's Büro geschafft und durfte mich die nächsten 6 Stunden zum Thema Standard - Systeme in der Pflege berieseln lassen. Besonders spaßig - eine Kollegin, die mit dem PC eher weniger zu tun hat, der man also quasi zeitgleich die grundlegenden Dinge erklären musste (was eine linke Maustaste so alles kann etc.) Hat natürlich zeitlich auch noch etwas gebremst. Aber was beschwer ich mich. Es gab Kaffee, Brötchen, eine Cheffin, die mit ihren völlig unqualifizierten Zwischenrufen ständig am Thema vorbei quasselte .. und eine lange Zeit praktisches Üben am Computer. Sehr nett. Habe an dieser Stelle wieder festgestellt, dass ich dringend mal sowas wie Struktur oder System in meine Arbeitsweise bringen muss. Ich war zwar relativ schnell mit meiner "Übungsaufgabe" fertig .. aber das "wie" hat dem guten Supportmitarbeiter graue Haare beschert. Dafür gab's aber auch reichlich zu lachen.
Und es macht sogar Spaß. Es ist zwar wieder eine Menge Arbeit, die ganzen Patientendaten auf den PC zu übertragen und dort alle Dokumente anzulegen .. aber dafür tippe ich einfach zu gerne, als dass mich das wirklich stören würde. Ausserdem - gibt es eine leichtere Art, auf seine Stunden zu kommen? Da setze ich mich doch gerne freiwillig den ganzen Tag da hin.
Trotzdem schwirrt mir der Kopf. Ich habe ausgerechnet die Dinge behalten, die ich eigentlich nicht brauche, weil ich dafür gar keine Zugriffsrechte habe. Die Dinge, die für mich wichtig sind ... nunja. Ich weiß, wo das Handbuch ist und wo ich die Nummer vom Support finde. Was will man mehr? Wie sagte man schon damals in meiner Ausbildung? Man muss nicht immer alles wissen .. man muss nur wissen, wo es steht und man nachlesen kann.
Wenigstens habe ich heute ausreichend Zeit, meinen schwirrenden Kopf auf Vordermann zu bringen. Bis auf Gepäck für's Wochenende zusammen suchen und dann irgendwann in's Auto krabbeln, habe ich heute nämlich keine weiteren Pläne. Perfekt.