~Unterstellungen~

Veröffentlicht auf von p.

Noch 78 Tage.

Irgendwie stehe ich grad immer noch so'n bisschen neben mir. Grund sind die Äußerungen vom Chef, die mich doch arg mitnehmen.

Zur Vorgeschichte - im Büro ist ja mal wieder Geld verschwunden. Taschengeld für einen Patienten, das abgegeben werden sollte (ich weiß nur nicht, ob die gesamten hundert Euro weg sind oder "nur" fünfzig) und das gesammelte Geburtstagsgeld für meine Bimba, dazu kommt noch die Tatsache, dass ständig irgendwelche BZ - oder RR - Geräte aus den Fächern genommen werden und anschließend auch nicht mehr auftauchen. Kurz - die Stimmung ist nicht mehr ganz so fröhlich, wie sie mal war.

Jetzt hatte ich letzten Donnerstag die Aufgabe, das Geld für die bestellten Medikamtente bei den Patienten einzusammeln. An sich ja kein Problem, sowas kann ich. Dummerweise kam es bei einer Patientin zu Missverständnissen - ohne weiter auf die Quittung zu achten, bekam ich von ihr nur fünf Euro für die mitgebrachten Schlaftabletten .. hätte aber insgesamt wohl zwanzig Euro einsammeln müssen, weil vom Büro aus noch diverse andere Medikamente bestellt wurden. Nur haben wir beide nicht auf die Quittung geachtet .. weil sie genau wusste, dass sie immer fünf Euro dazu zahlen muss, wenn sie ihre Schlaftabletten bekommt und keiner von uns von den anderen Medikamenten wusste.

Am Freitag machte der Chef mich auf die fehlenden fünfzehn Euro aufmerksam - glaubte mir aber wohl auch noch, dass ich nur fünf Euro bekommen hatte. Er wollte den Rest dann von jemand anders einsammeln lassen.

Gestern sprach der Chef mich dann wieder an - der Schwiegersohn der Dame wäre im Büro gewesen, wieso sie denn doppelt zahlen müsse, immerhin hätte sie mir das Geld doch schon gegeben. Tja .. Geld gegeben hatte sie mir, aber eben nur die fünf Euro und keine zwanzig. Nach langer Diskussion stand dann also fest, dass fünfzehn Euro fehlen .. die ich haben müsste. Die extra aus dem Müll gefischte Quittung bringt uns auch nicht viel weiter - steht da zwar drauf, wieviel Geld bezahlt werden muss, aber leider nicht, wieviel Geld ich wirklich erhalten habe.

Ich weiß grad nicht genau, was mich mehr umhaut .. die Tatsache, dass so'n Mist mal wieder mir passieren muss oder der Blick und die Tonlage vom Chef, dem man deutlich ansieht, dass er mir gerade ernsthaft zutraut, dass ich das Geld aus irgendwelchen Gründen für mich einbehalten habe.

Dementsprechend schlecht ist meine Laune seit gestern. Ich schwanke zwischen plötzlichen Heulanfällen bis hin zu nicht näher geäußerten Wutausbrüchen. Eine vorläufige Kündigung ist sogar auch schon geschrieben .. denn wenn der Chef mir wirklich zutraut, dass ich das Geld behalten habe, dann habe ich in dem Laden definitiv nichts mehr verloren. Alleine die Tatsache, dass er mir so'n Scheiß überhaupt zu traut, ist wie so'n Tritt direkt in den Magen. Ich kann ihn zwar irgendwo verstehen - schließlich ist die Situation für ihn ebenfalls nicht so lustig und man kann den Menschen nunmal nur vor den Kopf gucken .. aber trotzdem. Alleine dieser Blick gestern .. es reichte, um mich heute morgen mit Magen - und Kopfschmerzen aufstehen zu lassen, die auch jetzt noch nicht wirklich verschwunden sind. Dazu kommt dann noch, dass ich mich aus irgendeinem halb - idiotischen Grund mit N. gestritten habe - also gestern auch nicht wirklich eine Person zum Reden hatte.

Scheinbar ist dem Chef aber heute aufgefallen, dass ich irgendein Problem habe. Erst versuchte er noch, mit mit Lob über meine Arbeit aus der Reserve zu locken - dass die Leute ja so zufrieden wären und ich ja so lieb sei - aber mehr als ein Nicken bekam er auch nicht als Reaktion. Irgendwann nach meiner Mittagstour kam er dann doch noch direkt zu mir und sprach mich an, was mit mir los sei. Ich hasse solche Gespräche, wenn ich grad heulen könnte und die Tränen eigentlich sowieso schon in den Augen habe, aber irgendwas muss ich gesagt oder getan haben, dass er sich plötzlich mehr oder weniger bei mir entschuldigte. Das Geld habe er eh schon aus eigener Tasche bezahlt, das sei ja nicht so schlimm. Doch, das ist schlimm .. weil es mir nicht um's Geld sondern um die Unterstellung an sich geht. Aber auch das hat er verstanden und versucht, mir seine Sicht zu erklären.

Es macht die Sache nicht besser, auch nicht seine Aussage, dass er mir so etwas nicht zutrauen würde .. ein ziemlich übler Nachgeschmack aufgrund seinen Äußerungen bleibt leider gerade trotzdem. Ich bin gespannt, wie sein Verhalten in der nächsten Zeit ist und ob er wirklich meint, was er heute gesagt hat. Es verringert weder die Kopf - noch die Bauchschmerzen, lässt mich aber wenigstens noch ein paar Tage abwarten.

Wenigstens kann ich gleich kurz noch mit Papa Kaffee trinken gehen und mit ihm reden. Auch er kann an der Situation nichts ändern .. aber alleine das Erzählen hilft. In dem Fall zumindest. Wenigstens einer, der mir direkt glaubt. Ohne wenn und aber.

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Veröffentlicht in ~@work~

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P
<br /> Das bezweifel ich .. wie heißt es so schön? Das Glück ist mit den Dummen und das trifft hier wahrscheinlich auch zu :-/<br /> <br /> <br />
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A
<br /> sowas unterstellt zu bekommen ist wirklich nicht nett und ja, da kann man schon mal Zweifel bekommen, was man einem sonst noch so zutraut, wenn schon das. Ungerecht ist es allemal, andererseits ist<br /> auch die Situation eben sehr schnürend, wenn man wirklich keine Ahnung hat, wer der derzeitige Dieb ist :/ Aber Kopf hoch - solche Idioten fliegen früher oder später auf. Ganz sicher.<br /> <br /> <br />
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