~Wie weit gehst du, um zu überleben?~

Veröffentlicht auf von p.

M. musste zwar gestern abend noch arbeiten .. aber trotzdem haben wir es anschließend endlich mal wieder geschafft, in's Kino zu gehen. Irgendwie wurde das auch Zeit. Wenn man die ganze Woche arbeiten geht und abends nie so wirklich unter Leute kommt, wenn man am Wochenende auch nicht wirklich aktiv ist .. irgendwann fällt sogar mir die Decke auf den Kopf. Ich weiß, es ist meine Schuld - es hindert mich schließlich niemand daran, zwischendurch mal raus zu gehen .. aber ich gestehe, ich bin gelegentlich einfach zu unmotiviert und bräuchte wen, der mir symbolisch in den Hintern tritt.

Gestern Abend war's aber sogar meine Idee .. ich könnte mir dazu fast auf die Schultern klopfen.

Vorher auf einen Film einigen konnten wir uns zwar nicht .. aber was soll's. Dazu hätten wir auf dem Weg nach Köln auch noch ausreichend Zeit gehabt. Im Kino angekommen waren wir allerdings immer noch nicht wirklich schlauer .. woraufhin M. nochmal schnell einen Blick auf die noch laufenden Filme werfen wollte. Dumm gelaufen, wenn man sich dabei nur die Plakate der Kinos sieben bis zwölf ansieht .. während der Film, der ihn vielleicht noch am meisten interessiert hätte, in einem der ersten Kinos lief. Da ich schon wieder am quengeln war - immerhin war es schon 22:45 Uhr und einer der Filme sollte um die Zeit beginnen - ließ M. sich dann ziemlich genervt auf 127 hours ein. Ich gestehe - perfekt. Das war eigentlich auch der Film, den ich gerne sehen wollte. Startzeit 22:45 Uhr. Passte also haarscharf.

Zum Film selbst ... tja, was soll man da sagen? Generell ist es schon komisch, wenn man einen Film sieht und das eigentliche Ende schon kennt. Immerhin hat 127 hours kein ausgedachtes Drehbuch sondern einen biographischen Hintergrund. Von daher habe ich irgendwie die Hälfte der Zeit damit verbracht, auf mir bereits bekannte Dinge zu warten. Sowas nimmt einem irgendwie den Filmspaß, befürchte ich.

Ich möchte damit nicht sagen, dass der Film schlecht war. Es war .. interessant? Nur leider nicht ganz so .. mhm. Mitreißend? Fesselnd? Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Mir fehlte irgendwie die Identifikation mit der Hauptfigur. Er wirkte sympathisch, man konnte sich zum Teil in ihn hinein versetzen. Aber eben nur zum Teil. Normalerweise leide ich immer direkt mit. Als Aron in der Felsspalte festsaß, tat er mir leid  .. aber ich habe nicht selbst mitgelitten, wie sonst bei guten Filmen. Als er sich dann später befreien konnte, grummelte mein Magen zwar etwas .. aber das war's auch schon. Mir fehlte das Gefühl, direkt dabei zu sein .. und nicht nur von oben oder von der Seite die Situation zu beobachten. Ich finde es großartig, was der Mann geschafft hat, ich weiß nicht, wieviele Menschen dazu in der Lage wären. Aber irgendwie fehlte mir trotzdem etwas.

Ich ärgere mich jetzt nicht, das Geld dafür ausgegeben zu haben .. aber die DVD würde ich mir nicht kaufen wollen.

Trotzdem war es ein schöner Abend .. es tat gut, mal wieder draussen gewesen zu sein. Und nächstes Mal darf M. sich dann einen Film aussuchen. Vielleicht mache ich ihn dann sogar auf die Plakate eins bis sechs aufmerksam.

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Veröffentlicht in ~sehbar~

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