~Nicht lustig~

Veröffentlicht auf von p.

Hier passiert gerade einiges, was ich überhaupt nicht lustig finde .. was ich aber leider aufgrund der momentanen Lage durchaus nachvollziehen kann.

Wie befürchtet, baut T. (das mißratene, verlogene, völlig unfähige Töchterchen der Cheffin) wieder einen Fehler nach dem anderen. Eine Patientin, die ohnehin schon nur 31 kg wiegt, verliert sogar noch ein Kilo, nachdem T. eine Zeit lang morgens durchgehend bei ihr ist. Eines unserer Autos sieht aus, als wäre es vorne nur knapp einem Anschlag durch die Schrottpresse entgangen. Viele viele Kleinigkeiten werden nicht erledigt, weil T. angeblich nicht wusste, dass diese getan werden müssen. Bei Patienten wird über andere Kollegen gelästert. Kleinere Pflegefehler, die an sich nicht dramatisch sind, aber immer und immer wieder auftauchen, weil T. einfach kein Bock zum arbeiten hat, die Leute nicht mag oder einfach "keine Zeit" hat, weil ein normales, vernünftiges Arbeiten sie ja vom Feierabend abhalten würde. Viele Dinge, die sie erledigen soll, es aber aus Faulheit den unterschiedlichsten Gründen nicht tut und dies nichtmal zugibt, sondern ständig neue Lügen erfindet.

Wie befürchtet, hält die Cheffin über alles doch wieder ihre schützende Hand. Gibt sogar zu, dass sie weiß, wie ihre Tochter so ist und arbeitet .. zieht aber nicht die nötigen Konsequenzen.

Und dann N., der am Freitag der Kragen geplatzt ist. Kann ich auch verstehen. Wenn eine Dame festgelegt morgens, mittags und abends je 20 Minuten Sauerstoff bekommen soll .. und T. nach 18 Minuten die Wohnung wieder verlassen hat, dann kann da irgendwas nicht stimmen. N. war stinksauer. Traurig an der Sache - Cheffin nimmt T. sogar noch in Schutz. Dabei ist da wirklich nichts, was man irgendwie in Schutz nehmen könnte. Gar nichts.

Um dem ganzen dann die Krone aufzusetzen, bekam N. am Freitag durch Zufall ein Jobangebot bei einem anderen Pflegedienst. Wesentlich mehr Gehalt bei weniger Stunden in der Woche, die Möglichkeit, Überstunden aufzuschreiben, ein gestelltes Dienstfahrzeug, die restliche Zeit der Weiterbildung zur PDL wird bezahlt .. und sie könnte dort als erste PDL anfangen und wäre nicht mehr nur die Stellvertretung. Sie hätte niemanden mehr vor sich, der von nichts eine Ahnung hat.

Ja, ich kann verstehen, dass N. in diesem Moment darüber nachdenkt. Vor ein paar Wochen wäre das alles nicht so schlimm gewesen, aber in der jetzigen Situation ist dieses Angebot mehr als verlockend. Ich kann verstehen, dass sie in's Grübeln kommt. Ich könnte verstehen, wenn sie ihren jetzigen Job hinwirft und freudestrahlend zu einem anderen Pflegedienst wechselt. Ich kann verstehen, dass alles besser ist als der Mist, der jetzt gerade wieder passiert.

Trotzdem habe ich ein wenig Angst, dass sie wirklich geht. Nicht, dass ich es ihr nicht gönnen würde. Ich wünsche ihr das Beste der Welt, ich weiß, dass sie das Geld verdient hat und wirklich gebrauchen kann, ich weiß, dass die Bedingungen für sie wirklich besser sind und dass sie das packen kann.

Aber ich weiß eben auch, dass unsere Wege sich dann erstmal wieder trennen würden. Denn mit ihr wechseln, das bringt für mich nichts. Ich könnte mitgehen, das wäre nicht das Problem. Aber so gut kann der andere Pflegedienst nicht bezahlen, denn für mich wäre der Weg zur Arbeit nochmal einige Minuten länger - und ich finde es jetzt schon viel zu weit eigentlich. Bei den Benzinpreisen .. das wäre reiner Selbstmord.

Also würden N. und ich uns wieder nicht sehen. Normalerweise würde man jetzt sagen, dass wir doch befreundet sind, man kann telefonieren (das machen wir ja eh täglich), man kann sich in seiner Freizeit treffen. Aber genau das wird nicht passieren. Dazu kenne ich uns einfach zu gut. Ich könnte ohne N. nicht mehr bei der Cheffin bleiben, das hält ohnehin niemand aus. Der Laden bricht ohne N. zusammen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche .. und da möchte ich nicht wirklich bei sein. Das bedeutet, ich würde mir wieder eine Stelle in meiner Nähe suchen .. wäre also weit weit weg von N.

Dazu unsere Arbeitszeiten, ein Freund der am gefühlten anderen Ende der Welt wohnt. Das passt nicht. Unsere Freundschaft würde nicht einschlafen, sie würde nur einfach wieder in den Ruhezustand übergehen, in dem sie die letzten Jahre vor unserer Zusammenarbeit war. Nicht unangenehm .. aber jetzt wo ich wieder weiß wie es ist, sie täglich zu sehen .. nicht gut. Es fehlt etwas. Wochenenden sind ja schon lang genug, Urlaube sind noch "schlimmer". Mir fehlt dann einfach das gute Gefühl, dass sie mir vermittelt. Dieser Wohlfühlfaktor. Das Bedürfnis, sie immer wieder ansehen zu müssen, lächeln zu können. Es mag kitschig klingen .. aber diese Frau ist nunmal das Tollste, was mir in den letzten Jahren passiert ist.

Wenn ich dann daran denke, sie nicht mehr zu sehen .. ich habe einen dicken, fetten Klops im Hals. Das Gefühl, ständig heulen zu müssen.

Vielleicht sehe ich auch alles zu schwarz und es regelt sich doch irgendwie .. aber dazu müsste sich in kurzer Zeit zu viel ändern. Und daran glaube ich jetzt gerade überhaupt nicht.

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Veröffentlicht in ~@work~

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