~jahrelange Knechtschaft~
Schon erstaunlich ... obwohl doch alles angeblich immer so schlecht und fürchterlich ist und unsere Cheffin das mieseste Geschöpf der Welt zu sein scheint, hatte ich am 16. Februar einen kleinen Jahrestag. Denn mittlerweile bin ich, obwohl wir die angeblich wirscheste Cheffin der Welt haben, seit jetzt über zwei Jahren in der Firma. Und nein, ich habe keine Hemmungen, den Arbeitgeber zu wechseln, das habe ich in den ersten Jahren nach meinem Examen schließlich oft genug getan.
Aber irgendwie gefällt es mir in diesem Chaotenhaufen mit der größten Chaotin der Welt an der Spitze. Klar gibt es die ein oder andere Kollegin, die ich sehr gerne auf den Mond schießen würde. Ich hätte auch keinerlei Probleme mit einem Galaxienwechsel oder so. Oder meinetwegen auch eine Versenkung in irgendeinem schwarzen Loch? Aber sieht man von jetzt sogar nur noch einem bekannten "Störfaktor" ab, ist es das tollste Team, mit dem ich bisher zusammen gearbeitet habe. Selbst unsere Patienten sind total schnuffig.
Vielleicht liegt es auch einfach an meinem Humor, dass ich mich trotz allerlei seltsamen Vorkommnissen so wohl fühle. Wenn man die Cheffin auf einen Vorschuss ansprechen muss, schon vorher weiß, dass der Zeitpunkt äußerst ungünstig gewählt ist und gleich ein Donnerwetter folgen wird .. und wenige Sekunden später passiert eben genau das .. ich finde sowas immer noch lustig. Sie hat genau die Dinge gesagt, die ich von ihr hören wollte .. in etwa der Lautstärke, die ich haben wollte. Andere Leute hätten sich wieder persönlich angegriffen gefühlt .. meinereiner musste sich eher das Lachen verbeißen. So schräg die Cheffin auch sein mag .. irgendwie ist sie halt doch toll. Auf ihre seltsame, total komische Art und Weise.
Deswegen habe ich auch momentan kein Problem damit, ein paar weitere Jahre in dem Chaostrupp zu verbringen. Ich denke jetzt nicht an die AIDA, ich denke jetzt nicht an die AIDA, ich denke jetzt nicht an die AIDA, ich denke jetzt nicht an die AIDA ...
Im Sommer wäre es theoretisch für mich soweit, einen Festvertrag zu unterschreiben. Damit wäre ich dann die Einzige, die es bisher so lange ausgehalten hat. Abgesehen von N. natürlich, die mittlerweile im fünften oder sechsten Jahr ist. Die letzte, die den Festvertrag hatte, war das Dickerchen .. und die ist jetzt bekanntermaßen auch nicht mehr da. Schon komisch .. vom Vertragsküken zur Dauerinhaftierten am längsten Anwesenden. Aber mich stört es nicht. Da weiß ich wenigstens, was ich habe.
Von daher .. auf in die nächsten zwei Jahre *prost*