~Sexualität am Valentinstag~
Noch 66 Tage.
Die Welt ist ausgestorben und wir landen in Zweiergruppen auf einer Insel. Was muss alles auf der Insel sein, damit es uns dort gut geht? Kreativität ausdrücklich erwünscht, das Spielen mit den Worten ebenfalls und abstrakte Begriffe sowieso.
Das war die Aufgabe, die uns heute morgen erwartete.
Okay, kreativ bin ich ja, ne? Also an sich gar kein Problem. Meine Sitznachbarin und ich hatten eine Menge Spaß und unser Dozent hat mehr als einen fragenden Blick in unsere Richtung geworfen .. da haben aber auch genau die richtigen zusammen gesessen.
Gruppe Eins durfte dann irgendwann anfangen und präsentierte eine Liste mit zehn tollen Dingen. Dankbarkeit / Zufriedenheit war das Wichtigste, danach folgten ein Wasserfall, ein Wald, Saatgut, Tiere, Pflanzen / Vegetation, Handwerkszeug, naturkundliches Wissen, ausgeglichenes Klima und Liebe. Sehr nett und praktisch alles.
Gruppe Zwei hätte gerne die Baum - Deluxe - Version, die Wasser - Deluxe - Version, Wärme, wichtige Menschen, einen geschützten Bereich / ein Häuschen, Beschäftigung, Gefühle generell, ein Boot, Gesundheit und ... Liebe. Genau.
Gruppe Drei entschied sich für ein Schweizer Messer, essbare Pflanzen, Tiere / Fische, die Familie, ein Haus, einen Brunnen, Feuer, ein mediterranes Klima, Kurzwaren und die komplette Bibliothek. Es folgte eine kurze Diskussion über den Begriff Kurzwaren und die Tatsache, dass die heutige junge Generation den Begriff vermutlich schon gar nicht mehr kennt.
Gruppe Vier hätte gerne Palmen auf der Insel, die mit Bananen und Kokusnüssen behangen sind. Dazu eine solarbetriebene sich ständig selbst befüllende Kühl - und Gefrierkombination, eine gemütliche komplett ausgestattete Holzhütte mit Kamin, Pflegemittel, Werkzeug, eine ebenfalls komplette Bibliothek, ein Boot mit angelausrüstung, eine Familienpackung Streichhölzer, Wechselklamotten und eine solarbetriebene Zeitmaschine.
Ich persönlich wollte ja noch einen solarbetriebenen Vibrator mitnehmen, um irgendwie den Schwung zum heutigen Thema zu kriegen .. aber da K. sich vor Lachen eh schon Schnappatmung und Tränen in den Augen hatte, haben wir das einfach mal sein lassen.
Die Liste sorgte einigermaßen für Erheiterung .. besonders die jeweiligen Erklärungen dazu.
Was das Ganze mit Sexualität zu tun hatte? Tja, keine Ahnung .. wir haben zwar nachher den Schwung von den Gefühlen auf der Insel (wieso nur musste ich da ständig an die blaue Lagune denken?) bis auf das eigentliche Thema das Tages bekommen .. aber wie genau wir das geschafft haben, könnte ich jetzt schon nicht mehr nachvollziehen.
Irgendwann habe ich geistig auch einfach abgeschaltet .. weil ich bei unseren Patienten nicht glaube, dass grad 'ne Errektionsstörung deren größtes Problem ist. Allerdings stell ich mir den Gesichtsausdruck der Ärzte recht witzig vor, wenn die sie auf irgendwelche Hilfsmittel oder Medikamente anspreche, damit das mit dem Sex auch wieder klappt.
Die einzig wichtige Erkenntnis war die, dass auch in der letzten Lebensphase Körperkontakt durchaus erwünscht ist, dass sich Angehörige auch gerne mit in's Bett legen können, wenn sie es sich denn wünschen.
Ansonsten war der Tag ... naja. Ich frage mich die ganze Zeit, ob die das Thema mit Absicht auf den 14. Februar gelegt haben oder ob das ein seltsamer Zufall war ..